Schutzverglasungssysteme als zeitgemäßer Schutz historischer Verglasungen
Eine hinterlüftete Aussenschutzverglasung (ASV) ist z. Zt. der wirksamste Schutz historischer Glasmalereien vor schädigenden Umwelteinflüssen und Kondensatproblematiken.
Wenn diese Gefahr nicht besteht; oder auch die Schutzverglasung geschützt werden muß, bieten wir Ihnen die Möglichkeit von Schutzgitter. Mehr hierzu finden Sie hier.
Nach der durchgeführten Restaurierung sollte eine historisch wertvolle Verglasung möglichst durch ein Schutzverglassungssytem gesichert werden; zumindest wenn im Zuge der Maßnahmen Restaurierungsmaterialien eingesetzt wurden, die empfindlich auf Feuchte reagieren oder wenn der fragile Zustand der Glasmalereien nur durch eine Schutzverglasung bewahrt werden kann. Alternativen, wie z.B. ein Steinwurfgitter sollten im Rahmen der Voruntersuchung ebenfalls betrachtet werden.
Notwendigkeiten für ASV–Strukturen gibt es viele, z. B. Umwelteinflüsse (Niederschläge, Winddruck, Hagel), Vögel, Vandalismus etc. Wichtig ist, dass neben der Schutzfunktion für die Glasmalereien der Einbau einer ASV sowohl Auswirkungen auf die architektonische Innen- als auch Aussenansicht hat sowie auf Gewände- und Sohlbanksituationen.
Daher ist stets die Sinnhaftigkeit und die Konzeption der Bauweise von ASV für jedes Bauvorhaben individuell zu prüfen.
Umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen haben die Wirksamkeit von Schutzverglasungen belegt. Gleichzeitig wurden in diesen Untersuchungen verschiedene Kriterien herausgearbeitet die eine wirkungsvolle Aussenschutzverglasung aufweisen muss:
- eine funktionierende Hinterlüftung, d. h. einen Mindestabstand von wenigstens 4 cm zwischen Schutzscheibe und Originalverglasung
- ein ausreichender Spalt mit Kamineffekt erreicht ein optimales Luftpolster zwischen Aussenluft und Innenraumklima, so dass sich bei Taupunktunterschreitungen das Kondensat auf der Innenseite der ASV-Scheibe niederschlägt und nicht auf der gestalteten Originalscheibe.
- Sind die Spaltsituationen zu eng oder zu luftdicht bemessen, so dass keine Luftzirkulation von unten nach oben über das gesamte Fenster erfolgen kann, erhöht sich die Häufigkeit der Taupunktunterschreitungen und der Kondensatbildungen. Staufeuchte ist die Folge, die sich in massiven Ablaufspuren und Verschiebungen der Feuchteproblematiken in Wand- und Sohlbankbereiche manifestiert.
- Stabilität in der Konstruktion
- Auffang- und Ableitung des anfallenden Kondensats am Sockelpunkt der ASV-Verglasung, mit Hilfe von dem Objekt angepaßten Kondensatablaufsammelkästen
- Wärmeisolierende Dichtung zwischen ASV und Stein mit großporigen Kalken und zwischen Metallrahmen, Eisen und ASV mit elastischen Glaserkitten
Unter Berücksichtigung dieser grundsätzlichen Kriterien sind viele individuelle Lösungen möglich von denen wir Ihnen hier einige zeigen. Schutzverglasungssysteme werden von uns immer bauwerkspezifisch gefertigt, allein für die "Verlängerung der Bolzen" gibt es zwischenzeitlich acht Varianten mit weiteren Detaillösungen.
Isotherme Schutzverglasung ≠ Schutzverglasung mit Isolierglas
Leider gibt es immer wieder Verwechselungen des Begriffes "isothermische Schutzverglasung" wie er unter Punkt 3.2.1 in den "Richtlinien für die Konservierung und Restaurierung von Glasmalereien" des Corpus Vitrearum mit Stand der zweite Fassung, Nürnberg 2004 verwendet wird und einer Isolierverglasung.
Denn Isothermen (aus griechisch ισος - "gleich" und θερμη - "Wärme") sind Linien gleicher Temperatur und Isolieren steht für ein System, das keine Energie, mit seiner Umgebung austauschen kann. Und hier ist in den CVMA-Richtlinien ausdrücklich von einer "innenbelüfteten isothermalen Schutzverglasung" die Rede, was zusätzlich zur Bedeutung des Wortes auf einen deutlichen Austausch von Energie hinweist.
Auch der Gesetzgeber hat Augenmaß gezeigt und es heißt deshalb in der Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden ("Energiesparverordnung" / EnEv):
das heißt, dass sogar eine neu errichtete moderne Kirche nicht diesen Maßstäben unterliegt!
Zusätzlich gibt es eine Ausnahme im § 24 der EnEv:
Daraus folgt, dass bei der Konzeptionierung von Schutzverglasungssystemen weiterhin mit Augenmaß vorgegangen werden darf.
Gerne vermitteln wir Ihnen auch Kontakt zu Bauphysikern die ausgefeilte punktuelle Heizungssysteme projektieren können, so das die Wärme dort ankommt wo sie benötigt wird.
[* beide Links verweisen auf die EnEV in der Version 2007 auf der offiziellen Seite mit Gesetzestexten des Bundesministerium der Justiz - der Inhalt der §§ entspricht aber dem der EnEV 2009]
Schutzverglasungssysteme UV ++ mit besonderen Funktionen
Eine unserer Stärken ist, im Bereich des Schutzglases UV++ sehr differenzierte Lösungen anbieten zu können:
- UV- und IR-Schutzverglasung
- Schutzverglasung mit 1% Transmission bei 400, 410, 420 oder 430 nm Kantenlage
- einscheibige Schutzverglasung
- Schutzverglasung mit abgesenkten Scheiben
- Schutzverglasung mit gehärteten Scheiben
- ESG-Schutzverglasung
- VSG-Schutzverglasung
- Goetheglas-Schutzverglasung
- Schutzverglasung mit strukturierten Gläsern
- Schutzverglasung mit farbliche/Helligkeitsdämpfender Wirkungen
- entspiegelte Schutzverglasung
- Schutzverglasung aus Dünngläsern
- UV-Schutzverglasung als Bleiverglasung
- etc.
Besuchen Sie dazu bitte auch unsere Seite "Technisches Glas / UV-Schutzverglasung"







