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Verschollene Max Stern Fenster in der Alten Universität zu Würzburg montiert

30.10.2017





Im Max-Stern-Keller der Alten Universität zu Würzburg durften wir eine ganz besondere Glasmalerei konservieren und hinterleuchten.

Max Stern ein respektierter Geschäftsmann, Weingroßhändler und Philanthrop hatte in den 1920er Jahren in den Kellergewölben der Alten Universität ein Lager von 500 Holzfässern mit ca. 1 Million Liter Wein und betrieb den größten Wienhandel der gesamten Region.

Für dieses Weinlager hatte er sich zwei detailreiche Schmuckfenster mit dem Motiv des guten und des schlechten Ehemannes anfertigen lassen.

1938 mußte der erfolgreiche Weinhändler mit seiner Familie vor den Verfolgungen durch die Nationalsozialisten in die USA emigrieren und in der Folge verschwanden die beiden Glasmalereizyklen aus dem Weinkeller.

Prof. Eric Hilgendorf, Vorsitzender des Juristen-Alumni e.V., ist es zu verdanken, dass das Andenken an das Wirken von Max Stern durch die Einrichtung einer Cafeteria in den Gewölben der Alten Universität als „Max-Stern-Keller“ erhalten bleibt.

Der Juraprofessor setzte sich auch dafür ein, dass die Glasmalereien wieder in der Nähe des originalen Präsentationsortes gezeigt werden können.

Helmut Försch von der Würzburger Geschichtswerkstatt machte sich auf die Suche nach den verschollenen Fenstern und erhielt um 2014 erste Hinweise auf deren Verbleib.

Unsere Aufgabe war es nun, neben der Konservierung der Glasmalereien, vor allem eine geeignete Haltekonstruktion und Hinterleuchtung zu finden.

Die Hinterleuchtung der in den originalen Holzrahmen gefassten Glasmalereien, sowie die Unterkonstruktion und die Befestigung dieser Unterkonstruktion auf der doch sehr individuellen Bruchsteinwand, waren die größte Herausforderung dieses Projektes.

Dies wird deutlich wenn man sich die Zahlen zur rückwärtigen Ausleuchtung ansieht:

  • insgesamt ca. 5.040 einzelne LED
  • liefern ca. 43.200 Lumen

und sorgen so für eine gleichmäßige, Tageslicht gleiche Hinterleuchtung.

Das entspräche der Lichtstärke von ca. 56 Stück klassischer 60 Watt Glühbirnen (∑ 3.360 Watt).

Dabei verbrauchen die LED bei 100% Leistung nur rund 288 Watt, können durch die vorhandene Dimmung aber dem tatsächlichen Bedarf angepaßt werden und sparen so noch mehr Energie.

Auch weisen die LED der neusten Generation mit ca. 150 Lumen/Watt eine exzellente Lichtausbeute auf.

Neben diesen sehr intensiven Arbeiten fanden klassische Maßnahmen wie die Reinigung, kleine Ergänzungen und eine Konsolidierung des Bleinetzes statt.

Mittels speziell entwickelte Messinghalter wurden Acrylglaspaltten zum Schutz der Glasmalerei, bohrungsfrei an den Holzrahmen befestigt.

Gerne hinterleuchten wir auch Ihre Glasgestaltung oder fertigen Glasmalereien oder LED-Sonderleuchten für Sie.

Sprechen Sie uns an!

Link zum Bericht in der Main-Post